GV DMV 2010
Generalversammlung 2010
Am Samstag, 4. Dezember, trafen sich am Ende eines märchenhaften Wintertages 44 Mitglieder in der Mensa der Schweizerischen Alpinen Mittelschule Davos zur Generalversammlung der Davoser Mittelschul-Vereinigung, der Ehemaligen-Vereinigung der SAMD.

Nach dem von DMV-Präsident Severin Gerber geleiteten geschäftlichen Teil wurden die Mitglieder beim Apéro im Foyer der SAMD von Rektor Hansruedi Müller über die aktuelle Situation und die Pläne ihrer ehemaligen Schule informiert.

Anschliessend wurde die Gelegenheit rege wahrgenommen, das zu 2/3 renovierte Knabeninternat zu besichtigen. Für viele der Mitglieder, vor allem natürlich für die weiblichen Ehemaligen war es das erste Mal, dass sie die magische Grenze zu diesem Bereich überschritten. Die neu renovierten Stockwerke beeindruckten alle und machten den Handlungsbedarf beim obersten, noch nicht erneuerten Stockwerk umso deutlicher. Für die im Frühling 2011 beginnenden Arbeiten in diesem Stockwerk zählt die SAMD auch auf die finanzielle Unterstützung ihrer ehemaligen Schülerinnen und Schüler. Der Rundgang hat sicher bei allen die Bereitschaft dafür gestärkt.

Im Steigenberger Hotel Belvédère, wo der zweite, informelle Teil des Abends über die Bühne ging, stand vor dem Diner Staatspolitik auf dem Programm. Niemand Geringeres als alt Nationalrat Helmut Hubacher stellte in einem Referat die Frage nach der Stabilität der schweizerischen Konkordanzdemokratie. Das Knacken der Zauberformel und die Turbulenzen im Zusammenhang mit Bundesratswahlen haben der Debatte um die vor über fünfzig Jahren auf einem Fundament von Kompromissbereitschaft installierte Regierungsform neuen Auftrieb gegeben, was einem Land, wo der Pragmatismus die politische Bühne bestimmt, gut tut. Die Ausführungen von Hubacher und die anschliessende Diskussion machten deutlich, dass die Tauglichkeit der Konkordanz einen Vorrat an gemeinsamen politischen Grundüberzeugungen und die Bereitschaft zum Kompromiss voraussetzt. Oekonomische Krisen, fehlender Konsens bei der Fundamentalausrichtung der Politik oder ein Defizit an Loyalität von Bundesratsparteien gegenüber Parlaments- und Regierungsvorlagen sind der Konkordanz abträglich.

Die in Schieflage geratene oder gar im Schwinden begriffene Konkordanz könnte nach Aussage des Referenten künftig noch mehr Schaden nehmen, falls politische Gruppierungen an Bedeutung gewinnen, denen die Bereitschaft zu Kompromiss weniger wichtig ist als das Streben nach Konfrontation. Ein gewichtiger Vorteil der Konkordanz, politische Übermacht zu verhindern, müsste preisgegeben werden.
Das anschliessende Nachtessen in der Vinothek des Belvédère, zu dem sich 55 Mitglieder - eine Rekordzahl - eingefunden hatten, bot Gelegenheit, alte Freundschaften aufzufrischen, neue zu schliessen und vor allem in Erinnerungen an alte Zeiten zu schwelgen.

Der traditionelle Gang an die Carigiet-Bar erwies sich später nur vermeintlich als letzte Station – erst in den frühen Morgenstunden verloren sich die Spuren der Ehemaligen im Davoser Nachtleben....

